Zico

GANZ GANZ zufällig ausgewählte O-Töne aus dem Publikum:

Das klingt wie eine geniale Mischung aus Alabama Shakes und Sticky Fingers“
„Was singt der da?“
„Ey, kann ich deine Handynummer haben?“
„Bissl cheesy is aber schon“
„Wie heißen die gleich nochmal?“
„WOHOHO-GEILES SOLO“
„Ist das jetzt Pop?“
„Alter sehn die gut aus“
„Haha, mit dem Drummer hatte Nina was!“
„Den Namen von dem Gitarristen lass ich mir später über deinen stechen“ „Schatz, schenkst du mir das Album von denen?“
„Ray, hörst du mich? Hey...ja ich weiß, es ist laut. Hör mal, das hier is ne interessante Nummer. Zico oder so. Google das mal. Und ruf Harrison an. Der soll die Typen buchen!“

Cut. Aus. Alles Neu. Die Sandkastenfreunde und Berufssandler hatten immer schon die Füße am Verzerrer und den Kopf in den Boxen. Und irgendwann die Schnauze voll von der Dichotomie der deutschen Poplandschaft, dem Sumpf, der sich irgendwo zwischen Robin Schulz und verkopften Rollkrägen im Spätprogramm auftut. Warum müssen deutsche Texte immer etwas aussagen? Sind Worte nicht auch Musik und Musik nicht auch Worte?

Zwei Jahre haben sie geforscht, ihre neue EP Don't Touch stellt diese Fragen. Vom schwedischen Bett, dem ersten Song der neuen Bandära, in dem sie noch studentisch schwelgende Indieideale pflegen, hinzu deutschem Disco-Pop, der nichts anderes braucht als nach einem Mädchen namens Anna zu kreischen - ZICO will nicht einfach nur tanzen, aber auch nicht einfach nur rauchen. Erst der Groove und dann die Zigarette. Gedanken macht sich die Welt genug. ZICO macht den Pop, der sie mit pinken Neonröhren beleuchtet.